in im Gespräch

Branchentalk: Andreas Otto (CCO) Austrian Airlines

Nun ist es also vollbracht, Austrian Airlines fliegt nicht nur wieder im Europaverkehr, sondern auch wieder interkontinental. Am 1.Juli hob Flug OS 89 von Wien-Schwechat nach New York (Newark) mit 63 Passagieren ab. Noch am selben Tag folgten mit Washington, Chicago und Bangkok drei weitere AUA – Langstreckenziele. Mit derzeit 50 Destinationen, einer Flottengröße von 36 Flugzeugen und einem Angebot, dass in etwa 20% des Vor – Corona Flugplanes der LH-Tochter entspricht, ist die gebeutelte Fluglinie immer noch weit entfernt von seiner einstigen Größe. Doch trotz Reisebeschränkungen und weltweit steigenden Corona – Zahlen, zeigt sich der frühere Lufthansa Manager und heutige Chief Commercial Officer Andreas Otto im traveller Gespräch zuversichtlich über den möglichen Erfolg der AUA Langstreckenverbindungen.  

Wie sieht es mit den Vorausbuchungen und der Auslastung auf der Langstrecke aus?

Wir haben vorerst einmal vier Langstreckendestinationen in das Programm genommen und wenn wir den aktuellen Erstflug nach New York-Newark heute als Beispiel nehmen, so sind wir ca. ein Drittel gebucht in Richtung Amerika und voll zurück nach Wien gebucht. Solange die aktuellen Reisebeschränkungen aufrecht sind, wird sich die Auslastung in diesem Bereich bewegen. Bei den Kurzstreckenflügen hatten wir erstaunlicherweise in den ersten Wochen eine Auslastung von 70 bis 90 Prozent und wenn man das später auf die Langstrecke umgelegt, könnte unser Angebot ganz gut funktionieren.

Welche Passagiere nutzen das Langstreckenangebot?

Das sind hauptsächlich Transitpassagiere, die jetzt über Wien in die USA gehen. Zum Beispiel Passagiere aus osteuropäischen Staaten, aber auch aus Israel.

Gibt es Überlegungen für die Aufnahme von weiteren Langstreckendestinationen?

Wir überlegen, ob wir vielleicht im August noch eine weitere Destination aufnehmen werden, aber zuvor wollen wir uns noch ansehen, wie das neue Angebot aufgenommen wird. Natürlich müssten aber Reisebeschränkungen fallen, das wäre vor allem bei Destinationen in Richtung Nordamerika besonders wichtig.

Um welche Destination könnte es sich dabei handeln?

Da möchte ich gar nicht zu viel darüber spekulieren, wir haben derzeit aber viele Strecken in Richtung Westen, es könnte sich deshalb um eine Destination im Fernen Osten handeln.

Wie sieht es derzeit mit dem Service an Bord aus, gibt es einen Servierwagenservice in der Business Class?

Den haben wir im Augenblick genauso wie den Fliegenden Koch Corona-bedingt vorerst einmal ausgesetzt. Es wird aber in der Essensqualität und im Umfang keine Einschränkung geben. Um die Kontaktdauer zwischen Passagieren und Crew zu verringern haben wir jedoch die Auswahlmöglichkeiten angepasst. Zusätzlich stellen wir den Mitarbeitern auch Schutzhandschuhe für das Abservieren zur Verfügung.

Die Maskenpflicht auf den Langstreckenflügen bleibt aufrecht?

Natürlich, ausgenommen davon ist man nur während man isst und trinkt ansonsten herrscht Maskenpflicht während des gesamten Fluges.

Die Langstreckenflüge werden aktuell nur mit Boeing 767 betrieben, werden die Boeing 777 vorerst einmal für längere Zeit abgestellt?

Im Augenblick einmal ja, weil die Boeing 767 einfach kleiner ist und kommerziell einfacher zu betreiben ist. Wann die größeren Boeing 777 dazu kommen, wird man dann sehen. Ob es sich im Laufe des Jahres ausgeht ist noch nicht entschieden!

Gibt es bereits eine langfristige Planung für die Langstreckenflotte, wird vielleicht eine der beiden genannten Typen gar nicht mehr zum Einsatz kommen?

Wir werden beide Flotten weiterführen, denn wir haben uns im Rahmen der Standortvereinbarung mit der Bundesregierung dazu verpflichtet, dass wir hier in Wien ein signifikantes Drehkreuz aufrecht halten und dazu werden wir beide Flotten benötigen. Wir haben nicht gesagt, dass wir alle zwölf Flugzeuge benötigen, die drei ältesten B767 werden wir in den nächsten Jahren in die wohlverdiente Rente schicken.

Martin Dichler