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CHINA AIRLINES: Alles begann mit drei Flugzeugen…

Vor etwas mehr als 60 Jahren, genau am 10.Dezember 1959 begann die Geschichte von China Airlines. Eine Gruppe aus 26 pensionierten Luftwaffe Offizieren gründete damals in Taipeh das kleine Unternehmen, dass sich zunächst nur auf Inlandsflüge spezialisierte. Kaum jemand der damaligen Gründungsväter hätte sich damals erträumt, dass die Fluglinie sechzig Jahre später einmal mehr als 15,6 Millionen Passagiere jährlich befördern wird.

Die Anfänge waren wahrlich bescheiden, so betrieb man zunächst nur eine Flotte bestehend aus zwei Catalina Wasserflugzeugen. Schneller als jedoch erwartet entwickelte sich das Geschäft der neuen taiwanesischen Fluggesellschaft und man investierte in deren weiteren Ausbau. Im Oktober 1966 wurde eine vierstrahlige Lockheed Super Constellation angekauft mit der man schon bald internationale Routen nach Vietnam, Osaka, Tokyo und Hongkong aufnahm. Nur zwei Jahre später begann mit der Übernahme einer neuen Boeing 727 das Jetzeitalter für China Airlines. Neue Routen wurden sogleich nach Seoul, Manila, Bangkok, Kuala Lumpur und Singapore aufgenommen. Im gleichen Jahr trat die Fluglinie der Luftfahrtorganisation IATA bei und erhielt den offiziellen Status als „nationale“ Fluglinie des Landes verliehen. Das ambitionierte Wachstum von China Airlines hinterließ seine Spuren, nur zehn Jahre nach Betriebsaufnahme arbeiteten bereits 2000 Mitarbeiter im Unternehmen und die Flotte bestand aus 32 Flugzeugen.

Die goldenen Siebziger Jahre begannen auch gleich mit der Übernahme eines modernen Boeing 707 Langstreckenjets. Mit dem vierstrahligen Flugzeug wagte man erstmals den Sprung nach Nordamerika. Am 2.Februar 1970 wurde sogleich von China Airlines ein neues Trans-Pazifik Service zwischen Taipeh-Tokyo-Anchorage und San Francisco aufgenommen. Nach den ersten wirtschaftlichen Erfolgen der Trans-Pazifik Route folgte nur ein Jahr später eine zweite Verbindung nach Honolulu. Trotz der unklaren politischen Situation Taiwans (Republik China) und den damit verbunden Problemen bei der Frage um Streckenrechte, wuchs das Streckennetz als auch die Größe der Flotte kontinuierlich an. Bis in die achtziger Jahre hinein war China Airlines ein treuer Boeing Kunde, am 28.Juli 1978 jedoch unterzeichnete das damalige Management der Fluglinie einen Vertrag über den Ankauf von vier europäischen A300B4 Flugzeugen. Mit dem Vertrag mit dem europäischen Flugzeugkonsortium in der Tasche wurde es für China Airlines von nun an einfacher, Streckenrechte zwischen Taiwan und Europa zu beantragen. Der Erste, wenn auch nur als Frachtflug durchgeführte China Airlines Flug nach Europa führte am 10.Mai 1982 nach Luxemburg. Zum 60 Jubiläum von China Airlines umfasst das Streckennetz des Mitgliedes der Luftfahrtallianz Sky Team bereits 161 Destinationen in 29 Ländern. Im Jahr 2018 wurden mit einer Flotte aus 73 Flugzeugen mehr als 91.000 Flüge durchgeführt. Der Nettogewinn des Unternehmens stieg (+7,47%) dabei im Vergleich zum Vorjahr auf rund EUR 53 Millionen an.

Verstärkte Nachfrage nach Europaflügen:

Seit dem 4.Mai 2005 bedient man sehr erfolgreich eine nonstop Verbindung zwischen Taipeh und Wien. Startete man den Flugbetrieb zunächst mit nur drei wöchentlichen Flügen, erhöhte sich schon bald die Anzahl der Rotationen auf bis zu sechs (Stand Oktober 2019). Um die starke Nachfrage der Wien Flüge befriedigen zu können, wurde mit dem Einsatz eines größeren Fluggerätes in Form einer Boeing 747-400 mit max. 375 Sitzplätzen, auch gleich die Zahl der verfügbaren Sitzplätze kontinuierlich angepasst. Seit Beginn des Jahres 2017 setzt China Airlines auf ihrer Wien-Verbindung mit dem A350-900XWB, auf das modernste Langstreckenflugzeug seiner Zeit.

Der traveller sprach anlässlich des runden Geburtstages mit Doris Chen (General Manager Austria/CEE) über das Firmenjubiläum und die Entwicklung der Wien-Verbindung.

traveller:

Gratulation! China Airlines feierte sein 60-jähriges Jubiläum, können Sie uns einen Einblick über die heutige Größe ihres Unternehmens geben?

Doris Chen:

Wir sind glücklich und gleichzeitig stolz über die Entwicklung unserer Fluglinie, die vor 60 Jahren am 16 Dezember 1959 gegründet wurde. Alles begann mit nur drei Flugzeugen und einer Belegschaft von 26 Mitarbeitern. Heute ist China Airlines einer der größten Arbeitgeber in Taiwan mit über 10.250 Angestellten, über 1800 Mitarbeiter arbeiten zusätzlich rund um den Globus für uns. Unser Streckennetz besteht heute aus 161 Destinationen in 29 Ländern. Unsere Flugzeugflotte setzt sich aus 70 Passagier- und 18 Frachtflugzeuge zusammen, wobei unser Flugzeugpark ständig verjüngt wird.

Seit dem Jahr 2005 fliegen Sie auch nach Wien, wie zufrieden sind Sie mit der Entwicklung der Verbindung?

Wir sind sehr zufrieden, denn für Fluglinien ist es nicht einfach auf den Langstrecken Geld zu verdienen. Wenn man sich aber die Entwicklung der TPE-VIE Strecke ansieht, so haben wir mit zunächst drei wöchentlichen Flügen gestartet, inzwischen bieten wir je nach Saison bis zu sechs wöchentliche Flüge an. Auf der Wien-Verbindung haben wir eine gute Performance in allen Bereichen, nicht nur Taiwanesen fliegen gerne nach Europa, sondern auch immer mehr zufriedene österreichische Passagiere nutzen unseren Hub in Taipeh für ihre Flüge nach Asien.

Zwischen September und Oktober 2019 haben Sie die Anzahl ihrer Wien- Flüge auf sechs wöchentliche Verbindungen erhöht. Planen Sie zukünftig ganzjährig sechs wöchentliche Flüge anzubieten?

Innerhalb des genannten Zeitraumes wollten wir testen, wie der Markt auf unser Angebot reagiert. Das Feedback war großartig und wir verzeichneten eine sehr hohe Auslastung. Gerade für Business Passagiere ist die Frequenz besonders wichtig. Persönlich würde ich mich sehr über sechs oder mehr wöchentliche Flüge freuen. Das hängt aber einerseits von der Nachfrage am Markt und andererseits von der Kapazität unserer Flotte ab.

Sie bieten auf der Taipeh Strecke als einzige Fluglinie eine Premium Economy-Class an. Wie wichtig ist dieses Zwischenprodukt?

Es ist sehr wichtig, möglichst viele verschiedene Produkte auf den Flügen anzubieten, damit der Kunde wählen kann. Unser Premium Economy-Class Produkt ist großartig! Wir verfügen auf den A350XWB über insgesamt 31 Premium-Economy Schalensitze dessen Rückenlehnen sich zu 129° neigen lassen. Zusätzlich bieten die Sitze mehr Beinfreiheit & Komfort, einen eigenen USB-Anschluss und eine große Auswahl beim Entertainment und Catering. Immer mehr Unternehmen sparen bei den Ausgaben für ihre Geschäftsreisen, mit unserer Premium Economy bietet wir hier ein kostengünstiges Produkt mit hohem Komfort, das sehr gut angenommen wird. 

Welche Umsteigeverbindungen werden ab Österreich besonders gerne gebucht?

Als Urlaubsdestination wird interessanterweise sehr stark die Pazifikinsel Palau, aber natürlich auch Bali gebucht. Stark gefragt sind aber auch unsere japanische Destinationen, wir bieten hier ab Taipeh über zehn verschiedene Ziele an. Aber auch unsere Verbindungen nach Australien sind sehr beliebt, wer einen längeren Transitaufenthalt in Taipeh hat, kann eine kostenlose Stadtrundfahrt genießen.

Der Flughafen Wien bietet derzeit 12 wöchentliche Verbindungen nach Taiwan an. Warum ist ihrer Meinung nach gerade der VIE bei den taiwanesischen Fluglinien so beliebt?

Österreich liegt im Herzen Europas und ist damit ein hervorragender Ausgangspunkt für eine Europareise. Neben Ungarn und der Tschechischen Republik reisen inzwischen immer mehr unserer Passagiere auch nach Slowenien und Kroatien weiter. Österreich ist reich an Kultur und Musik, verfügt über eine fantastische Landschaft, ist berühmt für seine Städte und deshalb bei asiatischen Gästen als Reiseland sehr beliebt.

Als eine von wenigen Fluglinien unterhalten Sie noch ein Verkaufsbüro, wie wichtig ist der persönliche Kundenkontakt?

Der direkte Kundenkontakt ist uns sehr wichtig! Wir können mit unseren Kunden und Partnern hier persönlich sprechen und mögliche Probleme schneller behandeln. Gerade in der Luftfahrt sollte man direkt beim Kunden sein um schnell reagieren können.

Welche Bedeutung haben die Reisebüros beim Ticketverkauf und wie gut läuft die Zusammenarbeit?

Für mich sind unsere Reisebüros die wichtigsten Partner für den Verkauf unserer Flugtickets in Österreich. Wir arbeiten eng mit den Agenten am Schalter zusammen, geben Informationen und Updates über unser Produkt direkt weiter und freuen uns über das Feedback der Branche.

Was würden Sie sich als Geburtstagskind für ihre Wien-Verbindung wünschen?

Ich würde mir persönlich wünschen, dass mehr Österreicher nach Taiwan mit uns reisen und die Schönheit meines Landes erkunden. Erzählen Sie ihren Lesern doch bitte von der Faszination Taiwans!

Martin Dichler

Der Artikel wurde im Fachmagzin traveler in der Ausgabe 32.2019 veröffentlicht!