in im Gespräch

Kerosin “liegt” in der Luft

Mit dem Wohlfühlhotel NOVAPARK hat sich der Grazer Geschäftsmann Ing. Helmut Neukam einen Lebenstraum erfüllt. Als Vielflieger und Luftfahrtenthusiast wollte er bereits in jungen Jahren Pilot werden, doch wie das Leben so spielt, kam alles anders. Nach einer erfolgreichen Karriere als Unternehmer, erfüllte er sich zu seinem siebzigsten Geburtstag mit dem Ankauf zweier geschichtsträchtiger Verkehrsflugzeuge für sein Hotel, einen Lebenstraum. Eines der beiden Flugzeuge, eine vierstrahlige russische Ilyuschin 62M diente früher als Langstreckenjet für den tschechoslowakischen Staatspräsidenten Gustav Husak. Das zweite Flugzeug, eine Boeing 727-231 wurde zuletzt für VIP-Flüge der Baseballmannschaften “Chicago White Sox” und “Montreal Expos” genutzt. Seit dem vergangenen Jahr schweben die beiden Flugzeuge nun als Restaurant & Bar weit sichtbar über den Dächern des Novapark Komplexes. Nicht nur das Hotel, auch die Stadt Graz ist seitdem um eine Sehenswürdigkeit reicher.

TIP sprach mit Josef Röck, der als verantwortlicher Direktor das wohl einzigartigste Hotelprojekt des Landes führt.

Sie sind der Hoteldirektor des wohl einmaligsten Hotel Österreichs, wie kamen Sie zum Novapark?

Ich bin schon länger mit dem Wohlfühlhotel Novapark verbunden, leite es aber erst seit drei Monaten. Seit mehr als 20 Jahren arbeite ich schon in der Hotelerie, habe Anfang der 90er Jahre mitgeholfen die Arcotel Hotelkette aufzubauen, verschiedene Häuser geführt und ein Wink des Schicksals hat mich schlussendlich wieder in meine steirische Heimat geführt.

Das Hotel gibt es ja bereits seit längerem?

Das Hotel feiert im kommenden Jahr sein 25-jähriges Bestehen und nahm seinen Anfang als ein Garni Hotel mit 12 Zimmern. Herr Ing. Neukam hatte als Eigentümer ein weltweit gut laufendes Unternehmen im Anlagenbau im pharmazeutischen Bereich aufgebaut und mehrere Grundstücke im Umfeld des Hotels erworben. Im eigenen Hotel konnten von nun an sowohl Seminare als auch Übernachtungsmöglichkeiten für seine Geschäftspartner angeboten werden. Inzwischen verfügen wir über 157 Hotelzimmer, mit unserem neuesten 4-Sterne Zubau, ein 5.Mio Investment auf dem auch die beiden Flugzeuge stehen, werden es im Endausbau 189 Zimmer werden. Das Wohlfühlhotel Novapark bietet außerdem 22 Seminarräume, ein 2200 m2 großes Veranstaltungszentrum, ein 3300 m2 großes SPA mit einer begrünten Dachterrasse mit Blick auf den Schlossberg und natürlich unsere beiden Hingucker, dem Boeing 727 Restaurant und der im Still der achtziger Jahre gehaltenen Ilyuschin 62 mit einer Bar.

Man könnte sagen, ein erfolgreicher Österreicher hat sich mit dem Projekt den Traum seines Lebens erfüllt?

So könnte man sagen, Herr Ing. Neukam war immer schon ein Visionär und hat der Stadt viele Jobs gebracht. Sein Hotel wurde zu einem der größten Stadthotelprojekte des Landes und als Dank erhält er zu seinem 70.Geburtstag das Goldene Ehrenzeichen der Stadt Graz sowie des Landes Steiermark überreicht.

Wie kam der Eigentümer auf die Idee, sich am Dach seines Hotels zwei Verkehrsflugzeuge aufzustellen?

Unser Eigentümer wollte in seinen jungen Jahren einmal Pilot werden, sein Lebensweg brachte ihm dann aber in eine andere Richtung. Er war dem Thema aber immer eng verbunden und bereits vor 21 Jahren wollte er mit einem Flugzeug-Hotel, eine ganzjährige Attraktion in Graz schaffen. Mit den beiden Jets hat er sich nun ein persönliches Geburtstagsgeschenk zum 70er gemacht.

Warum gleich zwei Flugzeuge?

Das Projekt heißt ja eigentlich NOVA AIR (Airport Graz Nord). Für einen Flughafen ist ein Flugzeug eigentlich zu wenig und bereits bei der Erstellung des Konzepts hat man gesehen, dass ein Flugzeug alleine für eine Eventlocation sowie einem Restaurant &Bar Betrieb nicht ausreicht. Inzwischen gibt es auch schon ein drittes, wenn auch wesentlich kleineres Flugzeug das unter der Boeing seinen Platz finden wird um die Dimensionen besser wahrzunehmen. Das Projekt geht aber weiter, derzeit bauen wir eine Novaair 360° Panoramalounge, bei der man auf einer 300 m2 großen Dachterrasse über den Flugzeugen Events abhalten kann. Das Nova Air Airport Projekt ist noch lange nicht fertig!

Die beiden Flugzeuge haben als ehemaliges Baseball VIP Teamflugzeug und Tschechoslowakische Regierungsmaschine eine lange Geschichte…

Herr Ing. Neukam hat sich über ein Jahr intensiv auf das Projekt vorbereitet und auf die Suche nach den passenden Flugzeugen gemacht. Die Boeing 727 wurde aus den USA per Schiff nach Europa überstellt, zerlegt und in einer viertägigen Fahrt durch Österreich nach Graz gebracht. Dafür wurden sehr aufwendig ganze Kreuzungen und Kreisverkehre abgebaut. Die IL-62M stand jahrelang im Waldviertel und wurde nach seiner Überstellung nach Graz, genauso wie die Boeing einer Generalüberholung unterzogen. Die Flugzeuge waren nicht so teuer, aber das Gesamtprojekt hat insgesamt 2,2 Mio. Euro gekostet!

Wie wird das neue Angebot angenommen?

Die Erwartungen wurden bei weitem übertroffen und unser Boeing Restaurant ist im Normalfall auf eine Woche im Voraus ausgebucht. Wir “fliegen” jeden Monat in eine andere kulinarische Destination. Im Jänner ging es über die Alpen in die Schweiz, im Februar zum Karneval nach Rio de Janeiro und im März fliegen wir in die Staaten. Ein ehemaliger Haubenkoch bereitet für unsere Gäste ein wechselndes mehrgängiges Menü zu und wir möchten mit dem Angebot Kunden langfristig an uns binden.

Steigern die beiden Flugzeuge am Dach auch die Auslastung des Hotels?

Inzwischen sind wir für die Stadt zu einem Tourismusmagneten geworden! Chinesen, Inder, Japaner und Amerikaner kommen teilweise extra wegen unseren beiden Flugzeugen nach Graz und übernachten in unserem Haus. Das Hotel mit seinen Einrichtungen steht weiterhin im Mittelpunkt, die Flugzeuge dienen nur dem Hotelbetrieb. Wir sind seit einem Monat Mitglied in einem Portal das 500.000 zahlende Mitglieder zählt, diesen wird die Möglichkeit geboten in den “Top Locations” dieser Welt essen zu gehen. Die Flugzeuge eröffnen uns neue Kanäle in der Vermarktung, mit denen wir sonst normalerweise nie in Berührung gekommen wären.

Martin Dichler
Dieser Artikel wurde im Fachmagazin tip im März 2019 veröffentlicht: